Praxis
Was mitnehmen ins Pflegeheim? Eine Liste, die aus der Praxis kommt
Diese Frage kommt spät und dann sehr plötzlich, meist mit wenigen Tagen Vorlauf. Sie ist einfacher, als sie sich anfühlt, wenn man einen Grundsatz beherzigt: Ein Zimmer ist kein Haushalt, und alles, was hineinkommt, muss gewaschen, gesucht oder eines Tages wieder ausgeräumt werden.
Kleidung
Rechnen Sie mit etwa sieben bis zehn Garnituren für den Alltag. Mehr passt selten in den Schrank, und alles wird ohnehin wöchentlich gewaschen.
Alles muss beschriftet sein. Die Wäsche geht in eine gemeinsame Wäscherei, und ohne Namen kommt sie nicht zurück. Viele Häuser bieten das Annähen von Etiketten an, oft gegen Gebühr. Fragen Sie vorher, ob Sie es selbst erledigen sollen.
Praktisch ist, was sich leicht anziehen lässt: weite Ausschnitte, Gummizüge statt Knöpfe, Klettverschlüsse statt Schnürsenkel. Das klingt nach Aufgeben und ist in Wahrheit das Gegenteil, denn es hält Selbständigkeit länger möglich.
Feste Schuhe mit rutschfester Sohle, auch für drinnen. Stürze passieren meist in Hausschuhen.
Was das Zimmer zu einem Zimmer macht
Der eigene Sessel, wenn Platz ist. Er ist oft das Möbelstück, an dem am meisten hängt, und viele Häuser erlauben ihn ausdrücklich.
Bilder an der Wand, und zwar mehr als eines. Sie sind das, was Besuch als Erstes sieht und worüber gesprochen wird.
Eine eigene Bettdecke oder ein Kissen, ein vertrauter Wecker, die eigene Leselampe. Kleine Dinge mit Geruch und Gewicht tragen mehr zum Ankommen bei als grosse.
Fotos, beschriftet auf der Rückseite. Wer wer ist, weiss die Pflege nicht, und es ist ein Gesprächseinstieg für jeden, der ins Zimmer kommt.
Was oft vergessen geht
Die Medikamentenliste und der Impfausweis. Fragen Sie die Hausärztin um einen aktuellen Ausdruck.
Ersatzbrille, Hörgerätebatterien, Zahnprothesenzubehör. Genau diese drei fehlen in der ersten Woche am häufigsten.
Kontaktliste mit Angehörigen und Hausärztin, ausgedruckt und nicht nur im Telefon.
Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung, falls vorhanden, in Kopie. Das Haus muss wissen, wer entscheiden darf.
Ein Radio oder ein einfacher Musikabspieler. Fernsehen gibt es meist, Musik selten, und sie hilft an schlechten Tagen mehr.
Was zu Hause bleibt
Wertsachen und grössere Bargeldbeträge. Zimmer sind selten abschliessbar, und Verluste sind unangenehm für alle Beteiligten. Klären Sie mit dem Haus, ob es einen Safe gibt.
Wichtige Dokumente im Original. Kopien reichen, die Originale gehören zu der Person, die die Angelegenheiten regelt.
Elektrische Geräte mit Heizung, also Wasserkocher, Heizdecke, Bügeleisen. Die meisten Häuser verbieten sie aus Brandschutzgründen, und das zu Recht.
Zu viele Möbel. Der häufigste Fehler ist, das halbe Wohnzimmer mitzunehmen. Ein volles Zimmer ist schwerer zu reinigen, gefährlicher zu durchqueren und wirkt kleiner, nicht heimeliger.
Fragen Sie vorher
Jedes Haus handhabt es anders, und ein Anruf klärt in fünf Minuten, was sonst zu einem zweiten Transport führt.
Vier Fragen genügen: Welche Möbel dürfen mit? Wer beschriftet die Wäsche? Gibt es einen Safe für Wertsachen? Was ist bereits im Zimmer vorhanden?
Und noch eine, die oft vergessen wird: Was passiert mit den Sachen, wenn ein Zimmerwechsel nötig wird? Häuser verlegen Bewohnende innerhalb des Hauses häufiger, als Angehörige erwarten.
Häufige Fragen
Darf man eigene Möbel mitbringen?
Meist ja, in Grenzen. Ein Sessel, ein kleiner Schrank oder ein Nachttisch sind fast überall möglich, ein ganzes Schlafzimmer nicht. Das Pflegebett stellt das Haus, weil es höhenverstellbar sein muss.
Wer wäscht die Kleidung?
In der Regel das Haus, meist wöchentlich und meist im Preis enthalten. Deshalb muss alles beschriftet und waschmaschinenfest sein. Feine Wolle und Handwäsche überleben das selten.
Was ist mit dem Handy?
Unbedingt mitnehmen, samt Ladegerät und einem zweiten Kabel. Es ist für viele die einzige eigenständige Verbindung nach draussen, und ein verlorenes Kabel bedeutet tagelange Funkstille.
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