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Spitex oder Pflegeheim: Wann kippt die Rechnung?

Fast jede Familie versucht es zuerst zu Hause, und das ist richtig so. Irgendwann stellt sich aber die Frage, ob es noch geht und ob es sich noch rechnet. Für den zweiten Teil gibt es Zahlen, für den ersten nicht.

Zuletzt geprüft: 31. August 2026

Was die Spitex kostet

Die Krankenversicherung zahlt feste Stundenbeiträge, schweizweit gleich: 52.60 Franken für Grundpflege, 63 Franken für Untersuchung und Behandlung, 76.90 Franken für Abklärung und Beratung. Was darüber hinausgeht, tragen Kanton und Wohngemeinde.

Ihr eigener Anteil ist gedeckelt, und zwar auf höchstens 15.35 Franken pro Tag, also gut 5'600 Franken im Jahr. Dazu kommen Franchise und Selbstbehalt wie bei jeder anderen Leistung.

Nicht enthalten ist alles, was keine Pflege im Sinne des Gesetzes ist: Haushalt, Einkaufen, Mahlzeitendienst, Fahrdienste. Diese Posten summieren sich, und genau sie wachsen, wenn jemand selbständiger Leben will.

Der Vergleich, den kaum jemand kennt

Im Pflegeheim ist Ihr Pflegeanteil auf 23 Franken pro Tag gedeckelt, zu Hause auf 15.35. Für die Pflege selbst zahlen Sie zu Hause also weniger.

Den Unterschied macht das Wohnen. Zu Hause zahlen Sie Miete und Lebenshaltung ohnehin, im Heim kommen Pension und Betreuung als grosser Posten dazu. Solange die Wohnung bleibt, sind zwei Haushalte teurer als einer.

Deshalb ist ein Heimplatz rein rechnerisch fast immer teurer als Spitex. Die Rechnung kippt erst, wenn zu Hause so viel Hilfe nötig wird, dass sie kaum noch zu organisieren ist: mehrere Einsätze täglich, nachts jemand, dazu Haushalt und Mahlzeiten.

Warum die Rechnung selten entscheidet

In der Praxis gibt fast nie das Geld den Ausschlag, sondern die Nacht und die Angehörigen.

Die Spitex kommt zu festen Zeiten. Wer nachts aufsteht, sich verirrt oder stürzt, ist in den Stunden dazwischen allein. Nachtdienste gibt es, aber nicht überall und nicht dauerhaft bezahlbar.

Und die Lücken füllt meist eine Person aus der Familie. Diese Arbeit taucht in keiner Rechnung auf, hält aber das ganze Modell zusammen. Fällt sie aus, ist der Heimplatz nicht die teurere Lösung, sondern die einzige.

Was dazwischen liegt

Zwischen «alles zu Hause» und «Heimplatz» gibt es mehr, als die meisten Familien wissen.

Tagesstruktur oder Tagesheim: Die betroffene Person verbringt den Tag betreut, die Angehörigen bekommen ihren Tag zurück. Meist an einzelnen Wochentagen buchbar.

Kurzzeitaufenthalt: Zwei bis vier Wochen im Heim, etwa während der Ferien der Familie. Entlastet nicht nur, sondern ist der ehrlichste Test.

Betreutes Wohnen: Eigene Wohnung mit Notruf und fester Ansprechperson. Verschiebt den Heimeintritt oft um Jahre.

Rechnen Sie deshalb nicht Spitex gegen Heim, sondern schauen Sie, was in Ihrer Gemeinde dazwischen liegt. Die Anlaufstelle für Altersfragen kennt das Angebot und kostet nichts.

Häufige Fragen

Ist Spitex günstiger als ein Pflegeheim?

Für die Pflege selbst ja: Ihr Eigenanteil ist zu Hause auf 15.35 Franken pro Tag gedeckelt, im Heim auf 23. Den Unterschied macht das Wohnen, denn Pension und Betreuung im Heim kommen als grosser Posten dazu.

Übernimmt die Spitex auch den Haushalt?

Hauswirtschaftliche Leistungen sind keine Pflege im Sinne des Gesetzes und werden von der Krankenversicherung nicht bezahlt. Viele Spitex-Organisationen bieten sie an, verrechnen sie aber separat.

Ab wann reicht die Spitex nicht mehr?

Meist dann, wenn nachts Betreuung nötig wird oder wenn eine Demenz die Sicherheit zu Hause nicht mehr zulässt. Beides lässt sich ambulant kaum abdecken.

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Quellen